Royal Donuts Vermögen 2022, Alter, Gewicht, Größe, Bio, Wiki, Mehr

Vermögen$10 Million
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Wer zum ersten Mal eine Royal-Donuts-Filiale betritt, sollte sich darauf einstellen, den Schmalzkringel nicht wiederzuerkennen.

Die dort erhältlichen Produkte beziehen sich auf gewöhnliche Donuts wie ein SUV auf einen Twingo.

Die Standardversion wird auch bei Royal Donuts angeboten, die Polizisten in amerikanischen Filmen gerne mit einem Pappbecher Kaffee essen.

Seinen Erfolg verdankt das Franchiseunternehmen aber jenen Varianten, die nicht in drei Bissen zu bewältigen sind.

Donuts, die nicht nur in Schokolade getaucht, sondern auch mit Schokoriegelstücken beladen und mit allerlei Cremes gefüllt sind.

Die Website listet hundert verschiedene Donut-Sorten auf, von 2,10 Euro bis 5,50 Euro.

Eine besonders krasse Variante enthält Erdnussbutter, wird mit einem Keksteig belegt, mit Schokolinsen bestreut und mit Nutellastreifen abgerundet.

Mit diesem bombastischen Gebäck macht Royal Donuts eine erstaunliche Erweiterung.

Nach Unternehmensangaben gibt es bereits mehr als 130 Filialen – und das nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden.

Bald wird ein Geschäft in Dubai eröffnen.

Eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte in Zeiten der Pandemie.

Verantwortlich dafür ist Enes Seker, ein 25-jähriger Aachener, der sofort auf „Sie“ zugeht und „meine Liebe“ sagt.

Seine Geschichte ähnelt Amerikas Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär.

Nach dem Abitur studierte er zunächst „Mobilität und Verkehr“ an der RWTH Aachen.

„Ich wusste nicht, was aus mir werden sollte.

Einer meiner besten Freunde ging zur Polizei, einer zur Feuerwehr, einer studierte Physik.

Jeder ging einen Weg.

Also wählte ich das aus, was mir am interessantesten erschien. „Aber er hatte eine völlig falsche Vorstellung davon, was er studiert.

„Alles war Physik, Physik, Physik.

Ich bin dreimal zur selben Prüfung gegangen, ohne zu lernen. „Nach vier Semestern wurde er exmatrikuliert.

Auch sein Job in einem Vodafone-Shop brachte ihm keine Erfüllung.

Also stellte er sich Fragen, die sich viele junge Menschen stellen: Was will ich mein ganzes Leben lang machen?

Wie kann ich meine Leidenschaft zum Beruf machen?

Auf der großen Bühne

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Seine Leidenschaft war der Donut.

Als Jugendlicher sei er für dieses Gebäck mit dem Zug von Aachen nach Köln gefahren, nur weil dort eine Filiale von Dunkin Donuts sei, sagt er.

Er kratzte 8.000 Euro zusammen und eröffnete im November 2018 einen Donut-Imbiss, Royal Donuts.

Und zwar nicht in seiner Heimatstadt Aachen, sondern in Köln, auf der „großen Bühne“, wie er sagt.

Mit der Hilfe seiner Frau und seiner Schwestern begann er mit den üblichen Donuts, dann kamen die üppigeren.

Von Anfang an lieferte er auch seine Ware aus, die ihm in Zeiten der Pandemie noch zugute kommen soll.

Seker hatte nicht geplant, königliche Donuts in ein Franchise zu verwandeln, sagt er.

Aber schon bald hätten ihn andere gefragt, ob sie seine Marke verwenden dürften.

„Anfangs habe ich mich dagegen gewehrt, aber wir konnten die Nachfrage einfach nicht decken.“ Damals warteten die Menschen in der Luxemburger Straße in einer langen Schlange auf einen Seker.

Er hat also richtig angefangen.

Ein Jahr nach Eröffnung des ersten Shops weitere Standorte: Aachen, Solingen, dann deutschlandweit.

Bis heute betreibt er nur noch den Laden in Köln.

Franchise bedeutet: andere Selbständige zahlen Lizenzgebühren, um seine Marke nutzen zu können, und kaufen die Waren auch bei ihm.

Es gibt aber auch Nachahmer wie das im Juli 2020 gegründete Bonner Unternehmen Top Top Donuts, die ein eigenes Franchise gründen, um vom Hype um die edlen Donuts zu profitieren.

Fragt man Seker nach den Gründen für diesen überraschenden Erfolg, sagt er, er sei der falsche Ansprechpartner.

Für ihn ist der Erfolg völlig logisch: „Ich fand Donuts schon immer gut.“ Da kommen wohl zwei Dinge zusammen: Erstens sind Luxus-Donuts neu in Deutschland.

Auch der große Konkurrent Dunkin Donuts setzt auf den Standard.

Seine Donuts seien „ein Genussprodukt“, sagt Seker.

Zweitens richtet sich das Produkt an eine Zielgruppe, die es gewohnt ist, ihre Lebensmittel vor dem Verzehr zu fotografieren.

Der Hauptaccount auf Instagram hat mehr als 100.000 Follower.

Bianca „Bibi“ Claßen, eine der erfolgreichsten YouTuberinnen Deutschlands, bestellte für einen Clip alle Donut-Varianten.

Verpackt seien die Donuts in einem rosafarbenen Karton, der besonders jüngere, weibliche Kunden anspreche, sagt Seker.

“Frauen naschen lieber süß, Männer eher herzhaft.”

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Anfangs hat Seker mit seiner Familie die Krapfen selbst gebacken, jetzt liefert ein großer Bäcker die nackten Krapfen.

Die Mitarbeiter in den Filialen machen daraus dann einen königlichen Donut.

Das funktioniert nach dem Baukastenprinzip, es braucht keine jahrelange Erfahrung in der Gastronomie.

Deshalb können sich auch Quereinsteiger mit einer Royal Donuts Filiale selbstständig machen.

Nur ein kurzer Hype?

Einer von ihnen ist Jawad El Boujddaini, 38, verheiratet, Vater.

Er sagt, er brauche nach 19 Jahren als Versicherungskaufmann eine berufliche Veränderung.

In wenigen Wochen eröffnet er seine Filiale im niederrheinischen Grevenbroich – in einem ehemaligen Reisebürohaus.

Royal Donuts beschreibt El Boujddaini als eine unkomplizierte Familie.

Der Name Seker ist türkisch und bedeutet auf Deutsch Zucker.

„Sugar Family“ steht auch auf den Donut-Boxen.

Jawad El Boujddaini sagt, dass es sich nicht nur auf Sekers biologische Familie beziehe.

Jeder, der für das Unternehmen arbeitet, war daran beteiligt.

Man hilft sich gegenseitig, auch über eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe.

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Auch El Boujddainis Bruder Mohamed hat sich selbstständig gemacht und einen Job bei der Stadt Krefeld aufgegeben.

Der 37-Jährige ist verheiratet und hat vier Kinder.

Er wollte weiterkommen, auch finanziell: Er sei eine Larve gewesen, sagt er, „jetzt möchte ich ein Schmetterling werden“.

Er prüfte das Royal-Donuts-Konzept, sprach mit dem Gründer und sagte: „Er hat nichts zu verbergen.“ Mohamed El Boujddaini will nun in Meerbusch einen königlichen Donuts-Imbiss eröffnen.

Burak Aydin wechselte von einer Corona-Krisenbranche ins Donut-Business.

2020 verkaufte der Bonner Barber Shop und investierte stattdessen in Royal Donuts.

„Ich musste nicht lange darüber schlafen.“ Laut Seker ist er nicht der Einzige, der sich in Zeiten von Corona für einen Neuanfang in seinem Unternehmen entschieden hat.

Viele Gastronomen sind darunter.

Hat da keiner Angst, dass der Hype irgendwann enden könnte?

Es gibt viele Beispiele, die zur Vorsicht mahnen.

Die Sandwich-Kette Subway expandierte vor 20 Jahren in Deutschland rasant und musste dann wieder gesund werden.

Vor einigen Jahren explodierte die Zahl der Bubble Tea Shops, kurz darauf verschwanden sie fast vollständig aus den Innenstädten.

Seker ist zuversichtlich.

Beim Bubble Tea trugen Horrorgeschichten über gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe zum Rückgang bei.

Der Donut hingegen ist in Deutschland bereits etabliert.

„Ich habe das Rad nicht neu erfunden, aber eine neue Felge aufgezogen“, sagt er.

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